Schlaukopf – Der Logo 400 SE von Schweighofer

24.11.2011 • Kategorie: 3d-heli-action testberichte3d-heli-action oder rc-heli-action bestellen
Die Entscheidung, sich einen Logo zuzulegen, ist meist eine fürs Leben – zumindest von der Hubschrauber-Karriereseite aus betrachtet. Und dabei heben sich die Konstruktionen des deutschen Herstellers im Grunde ganz aus der Masse der hochgezüchteten Kohlefaser- und Aluminium-Helis ab – und in einem bestimmten Punkt auch wieder nicht. Denn der neue Mikado Logo 400 SE von Schweighofer ist ganz im bewährten Stil mit einem Kunststoff-Chassis und -Rotorkopf gebaut.


Die Brushless-Servos BLS153 von robbe/Futaba zeichnen sich durch Stellkraft und Präzision aus


Die Stütze der Heckanlenkung hält auch, wenn die Schelle nicht so stark angeknallt wird


Das Zahnflankenspiel des Heckabtriebs sollte sehr genau eingestellt werden


Mit dem Rockamp-LiPo von Techamp passt der Schwerpunkt perfekt und Durchzug ist garantiert

Wobei man hier durchaus unterscheiden darf. Denn flugtechnisch gesehen sind die Helis aus der deutschen Schmiede ganz vorn mit dabei, auch was die neue Art des 3D-Fliegens betrifft. Durch das leichte Kunststoff-Chassis sind diese Drehflügler mit die leichtesten ihrer Art am Heli-Firmament. Leichter ist also immer besser? Und wie sieht es mit der Stabilität aus?

Doch von vorne. Den Logo 400 gibt es eigentlich schon seit einiger Zeit am Markt. Neu ist die Verlängerung des Heckrohrs um etwa 50 Millimeter (mm). Damit können statt der bislang für den normalen 400er-üblichen 425-mm-Rotorblätter nun Exemplare mit satten 475 mm Länge eingesetzt werden. Der Sinn ist klar: Ohne weitere Gewichtszunahme vergrößert sich die Rotorkreisfläche um erstaunliche 21 Prozent von 78,5 auf 95 Quadratdezimeter – und das nur mit 50 mm längeren Rotorblättern. Doch wozu das Ganze? Auch das ist schnell erklärt: Auch beim Heli kommt es auch aufs Gewicht an. Das wird wie beim Flächenflug in Gramm pro Quadratdezimeter gemessen. Beim Heli nennt sich dieser Wert Kreisflächenbelastung.

So verringert sich allein durch die Verlängerung der Blätter das Gewicht pro Quadrat­dezimeter von 25 auf 20,6 Gramm. Zudem liegt der Heli durch den größeren Rotor satter in der Luft. Größer ist also immer besser? Nicht ganz, denn die zyklische Wendigkeit leidet in aller Regel unter der Vergrößerung. Doch bei Verwendung eines paddellosen Rotorsystems fällt die verringerte Wendigkeit – zumindest beim Logo 400 – nicht weiter auf. Dieses Spiel kann man natürlich nicht unbegrenzt wiederholen. Die Grenze setzt hier in erster Linie die Länge des Heckrohrs – das beim SE sinngemäß um 50 mm verlängert wurde. In letzter Instanz begrenzen die Stabilität sowie die Verwindungssteifigkeit des Chassis und die Zugbelastbarkeit der Blatt­halter des Rotorkopfs die Rotorblattgröße.

Der 400 SE besitzt nun also etwa 21 Prozent mehr Kreisfläche gegenüber dem kleineren 400er. Logisch, dass die längeren Rotorblätter auch mehr Antriebsleistung benötigen. Aus diesem Grund sind für den Logo 400 SE nun 5s- oder 6s-LiPos mit mindestens 2.600 Milliamperestunden (mAh) Kapazität vorgesehen. Wir verwenden in unserem Modell einen sechszelligen Rockamp-LiPo von Techamp mit eben 2.600 mAh und satten 60C Belastbarkeit. Der Akku wiegt komplett mit Stecker 440 Gramm, womit sich an der vordersten Position exakt der Schwerpunkt einstellt. Ein leichterer Akku ist demnach ohne Bleizugabe nicht einsetzbar – und Blei in einem Elektroheli geht überhaupt nicht. Das Gewicht des Stromspenders addiert mit den 1.510 Gramm für den flugfähigen Heli ergeben erfreuliche 1.950 Gramm Abfluggewicht – für einen Heli der 1.100-mm-Klasse wohlgemerkt.
Den Mikado Logo 400 SE bekommt man komplett mit 473 mm langen Hauptrotorblättern von Edge und 72 mm langen CFK-Heckrotorblätter desselben Herstellers. Nimmt man die Combo-Version, liegen dem Bausatz noch ein Mini-VStabi Blueline und ein Motor bei. Das Triebwerk stammt aus dem Hause Scorpion, trägt das Kürzel HK 4015-1070 und wurde spezielle für den Logo 400 SE entwickelt. Das Besondere an ihm sind die niedrige Bauform und der große Durchmesser. Das lässt Dreh­moment satt erwarten. Mit dem beiliegenden Ritzel lässt sich der Logo in moderater Drehzahl mit einem 5s-LiPo betreiben, ab geht die Post dann so richtig mit einem sechszelligen Stromspender. Der Bausatz ist demnach bis auf Servos, Akku, ­Empfänger und Regler komplett.

An der Konstruktion wurde nichts verändert. Das Chassis besteht wie eingangs erwähnt aus schlagzähem Kunststoff, ist sehr leicht und ziemlich verwindungssteif. Die 10-mm-Hauptrotorwelle steckt oben in einem Domlager aus Kunststoff, unten sitzt das Kugellager in der Trägerplatte des Motors, die sich längs des mittleren Chassis-Korpus zieht. Zum besseren Erreichen des Schwerpunkts ist vorn eine Verlängerung angesetzt, in der letztendlich auch der Akku fixiert wird. Der Antrieb des Hauptrotors erfolgt über ein einstufiges Getriebe in Modul 0,5. Logo-typisch sitzt auf dem Hauptzahnrad direkt der Heckabtrieb, der den Heckrotor-Zahnriemen aufnimmt. So lässt sich der Heckausleger ganz einfach nach hinten herausziehen. Einzig das Zahnflankenspiel zwischen Heckabtrieb und Hauptzahnrad muss dann erneut eingestellt werden – was gerne leichter von der Hand gehen dürfte.

Der Rotorkopf ist, wie es sich für ein paddelloses 3D-Exemplar gehört, steinhart ausgelegt. Das Zentralstück besteht aus Aluminium und ist mit drei Schrauben auf der Rotorwelle fixiert. Die beiden Blatthalter sind auf einer 8-mm-starken Welle gelagert. Der Taumelscheiben-Mitnehmer besteht aus einem halbierten Pitchkompensator und ist auf der Hauptrotorwelle geklemmt. Acht Kugellager sorgen allein in diesem Bauteil für leichtgängige und spielfreie Bewegung. Natürlich ist auch jedes andere Gelenk mit Kugellagern versehen. Interessantes Detail: Die Heckrotornabe besteht aus Stahl und ist mittlerweile längsgeschliffen. Zudem sitzen in den Heckblatthaltern Drucklager, die für ein knackiges Heck sorgen.
Die Steuerbefehle des Piloten geben die neuen Brushless-Midi-Servos BLS153 von robbe/Futaba an die Taumelscheibe weiter, den Heckrotor lenkt ein BLS257 an. Die Mini-Servos wiegen lediglich 28 Gramm, besitzen jedoch bei 6 Volt Eingangsspannung satte 61 Newtonzentimeter Stellkraft, beziehungsweise das Heckrotorservo 28, doch stellt dieses 0,045 Sekunden 45 Grad. Die bürstenlose Technologie spielt also nicht nur beim Antrieb, sondern auch bei der Steuerung seine Vorteile aus. Apropos Antrieb: Der mitgelieferte Scorpionmotor wird von einem Kontronik Jive 100 LV auf konstanter Drehzahl gehalten.

Bei der Combo-Variante des Logo 400 SE liegt – natürlich – ein Mini-VStabi Blueline bei. Dieses wird der Einfachheit halber von einem robbe/Futaba-Summensignal-Empfänger bedient und findet oberhalb des Heckabtriebs seinen Arbeitsplatz. So können alle Kabel ohne Verlängerung am VStabi eingesteckt werden. Wer mag, schafft den Zusammenbau des Helis locker an zwei Abenden. Wer nicht auf der Flucht ist, darf den Bau gerne zelebrieren. Wichtig vor allem ist der korrekte Einbau der Servos, beziehungsweise das Neutralstellen der Servohebel. Denn die Mittentrimmung des Senders sollte lediglich zum Abgleich auf das VStabi zum Einsatz kommen. Eine Feintrimmung der Servomitten erfolgt später ausschließlich über das Menü des VStabi.

50 Millimeter mehr am Heck und den Rotorblättern lassen den Logo 400 SE deutlich erwachsener erscheinen. Wir werden sehen, ob sich die Optik auch im Flug widerspiegelt. Hat man sein VStabi zuvor korrekt justiert, sollte der Heli nach dem Abheben wie angenagelt in seiner Schwebeposition verharren. Ganz klar, ein letzter Wirkrichtungs-Check des Flybarless-Systems vor dem Start ist ein Muss. Angenehmes Schweben und Rundflug sind natürlich auch mit Drehzahlen von unter 2.000 gut möglich. Dank des Stabilisierungssystems reagiert der Heli sehr direkt auf die Steuereingaben des Piloten und auch schnellen Rundflug meistert der Verlängerte so famos.

Doch zum Schweben wurde der Logo nicht gebaut, sondern zum Spaß haben. Und den hat man mit dem neuen 400 SE mit Sicherheit. Die zweite Gasvorwahl beschleunigt den Hauptrotor auf knackige 2.500 Umdrehungen in der Minute. Leistung bis zum Abwinken ist die Folge. So gelingt der Tic-Toc sehr einfach, denn das Mini-VStabi reagiert direkt, aber nicht hektisch. Gerade mit den stellgenauen und schnellen Mini-Brushless-Servos von robbe/Futaba kann das Stabilisierungssystem seine Vorzüge voll ausspielen. So kommen Rollen und Flips knackig, schnell und rasten förmlich ein. Die Heckperformance bedarf beim 400 SE im Grunde keiner Erwähnung. Die Drehrate ist angenehm hoch und das Heck stoppt ohne Nachschwinger knackig. Auch Pirouetten mit Fahrt gelingen konstant und dank der Pirouetten-Optimierung des VStabi steigt der Heli auch nicht weg.

Länge läuft, heißt es so schön. Das ist auch beim Logo 400 SE der Fall, auch wenn kein praktischer Bezug besteht. Riesige Loopings sind mit dem Kleinen von Mikado möglich. Standardfiguren wie Piroflips und Funnels verstehen sich von selbst. Auch beim Rainbow macht der 400er eine klasse Figur. Hierbei könnte man fast noch etwas mehr Pitch aufmischen, der Motor würde die Leistung bereit stellen. Lässt man es krachen, ist nach weniger als fünf Minuten Schluss. Klar, Flugzeiten von zehn Minuten und mehr sind mit niedriger Drehzahl und eventuell größerem Akku sehr leicht möglich. Doch wer möchte schon so lange nur schweben?

Mehr Heli braucht kein Mensch. Der neue Logo 400 SE von Schweighofer im Combo-Set bietet alles, was man als normaler 3D-Flieger benötigt. Dank des Mini-VStabi mutierte der 400 SE zur eierlegenden Wollmilchsau: satter ­Schwebeflug, agiles Flugverhalten und guter Durchzug – wohl nicht zuletzt ­aufgrund der niedrigen Kreisflächenbelastung. Die handliche Größe macht ihn zum Immer-dabei-haben-Heli. So kann im Grunde jeder zugreifen, der Lust auf eine unkomplizierte 3D-Maschine hat.«

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