ProtoTyp – Protos 500 Flybarless mit Mini-VStabi
15.3.2010 • Kategorie: 3d-heli-action testberichte • 3d-heli-action oder rc-heli-action bestellen
Völlig untypisch für die 3D-Heli-Szene, eroberte der Protos 500 von MSH in kürzester Zeit eine breite Fangemeinde. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Ein kompaktes, leichtes Chassis und knapp ein Meter Rotordurchmesser. Das macht ihn noch handlich für die Halle und doch groß genug, um auf dem Platz auch bei Wind so richtig loslegen zu können. Über allem stehen natürlich der günstige Anschaffungspreis sowie die überschaubaren Ersatzteilkosten – genau richtig also fürs hemmungslose Bolzen.
<blockquote>„Durch das geringe Gewicht des Protos 500 gelingen harte Stopps sehr knackig“
</blockquote>

Vom ursprünglichen Protos-Rotorkopf bleibt nach der V-Stabi-Kur nicht mehr viel übrig
Motor: Kontronik Mini Pyro 20-8
Controller: Kontronik Jive 80 LV
Taumelscheibenservos: robbe/Futaba
FS 555 BB MG
Heckservo: robbe/Futaba S9257
Flybarless-System: Mikado Mini-VStabi
Rotorblätter: 425-Millimeter SAB
Akku: 5s Staufenbiel Diamond ZC-2500
Empfänger:
robbe/Futaba R6107SP 2,4Ghz



Hauptrotor-Durchmesser: 960 mm
Heckrotor-Durchmesser: 190 mm
Länge: 810 mm
Höhe: 280 mm
Gewicht: 1.400 g
Preis Protos 500 Kunststoff: 229,– Euro
Preis Mini-VStabi: 379,– Euro
Preis Paddellos-Upgrade: 32,90 Euro
Internet: www.hoelleinshop.com
Wie, das kennt man schon alles? Stimmt, doch nun gibt es ein Flybarless-Upgrade für das 3D-Gerät. Hat sich etwas Spiel in den Gelenken des Kopfs eingeschlichen oder wünscht man sich bei gleichzeitiger Erhöhung der Wendigkeit (der Kopf und die Paddel lassen sich den Bedürfnissen anpassen) mehr Flugstabilität, so kann einem nun geholfen werden: Das Protos 500 Flybarless Upgrade vom Himmlischen Höllein soll all dies vereinen – in unserem Fall mit dem neuen Mikado Mini-VStabi.
Das Umbauset enthält erstaunlich wenige Teile. Wen wundert`s, denn ist man fertig, wird am Rotorkopf nicht mehr viel Mechanik übrig bleiben. So sollte das Upgraden also recht schnell über die Bühne gehen. Eines aber gleich vorweg: Das Umstricken auf Flybarless nimmt doch einen kompletten Abend in Anspruch, schließlich soll das Mini-VStabi korrekt montiert und eingestellt sein.
Im Grunde geht es lediglich darum, dass die Paddelstange abgebaut wird, der Pitchkompensator seinen Arbeitsplatz verliert und die Kopfdämpfung leicht modifiziert wird. Durch eine längere Blattlagerwelle und Distanzstücke wandern die Blatthalter nun etwa einen Millimeter nach außen, um die Anlenkungs-Kugelgelenke genau auf einer Linie fluchten zu lassen. Diese werden auch gleich mittels einer Metallverlängerung versehen, damit sich der Hebel von der Taumelscheibe zu den Blatthaltern erhöht. Last but not least erhöht man damit auch gleich die Härte der Kopfdämpfung.
Nun nur noch das VStabi anschließen und programmieren, schon kann der Erstflug angegangen werden. So umgebaut, sieht der Kopf des Helis ziemlich nackig aus. Macht nichts, denn so wird der Protos noch um einiges Crash-unempfindlicher, als er sowieso schon ist. Durch den einteiligen Zahnriemen, die dicke Haupt- und Heckrotorwelle und das sehr kompakte Chassis steckt der Protos schon mal eine unsanfte Landung unbeschadet weg. Der Protos ist eben für die Härtesten der Harten entwickelt worden.
Um es in der Luft standesgemäß krachen zu lassen, ist unser Protos 500 mit einem Mini-Pyro 20-8 von Kontronik und dem passenden Controller Jive 80 LV ausgerüstet.
Da der Pyro mit satten 1.400 Umdrehungen in der Minute pro Volt etwas mehr dreht als der Original-Außenläufer von MSH, genügen hier schon fünfzellige LiPos mit 2.500 Milliamperestunden Kapazität. Und das bei noch mehr Leistung und annähernd gleicher Flugzeit. Das ist ein echtes Argument für den feurigen Edelmotor.
Auf der Taumelscheibe sitzen drei robbe FS 555 BB MG-Servos und den Heckrotor steuert ein Futaba S9257 an. Da das Mini-VStabi Summensignale verwerten kann, kommt der brandneue robbe/Futaba R6107SP 2,4-Gigahertz mit einem seriellen Ausgang und lediglich 6 Gramm Gewicht zum Einsatz. Das erspart natürlich einiges an Kabelsalat und macht das Anschließen der Servos besonders einfach.
Genug gequatscht, jetzt geht’s los! War der Protos in der Urfassung leistungsmäßig schon ziemlich potent, so brennt mit dem Mini-Pyro förmlich die Luft. Doch der Reihe nach. Der erste Hüpfer erfolgte natürlich noch in der „Auto-Trim-Funktion“ des VStabis – wenig aussagekräftig also, machte jedoch schon Lust auf mehr. Doch nach Abschluss dieser Phase und mit dem zweiten Akku ging die Post ab.
Tatsächlich klappt die Symbiose aus Wendigkeit für hartes 3D und stabilem Schwebeflug in der Flybarless-Variante grandios. Bei einer Rotordrehzahl von knapp über 2.000 Touren pro Minute liegt das Gerät genauso satt und direkt in der Luft wie die Paddelvariante mit 2.800 Touren. Doch eben bei einem extremen Plus an Leistung und Schweberuhe. Pitch also voll rein und pirouettierend in den Himmel, der Heli liegt stabil und steht in 20 Meter Höhe ohne Neigung. Auch bei voller Fahrt mit hohem Neigungswinkel können Drehungen um die Hochachse der Flugstabilität und natürlich der Flugrichtung nichts anhaben. Das Mini-VStabi steuert alles aus und sorgt für eine gerade Flugbahn. Schnell baut sich Vertrauen auf und es können komplexere Flugfiguren ausprobiert werden.
Ob nun der Motor von Kontronik seinen Namen von der viel gerühmten Flugfigur hat, können wir nicht sagen. Doch gerade solch komplexe Figuren gelingen mit einem VStabi besonders gut. Ganz klar: Fliegen muss der Pilot selbst, die Elektronik sorgt nur für immer gleich bleibende Grundvoraussetzungen. Das hilft natürlich, da man sich auf einen Steuer-Zyklus einfahren kann. Aber zurück zum Thema. Ob nun Piro-Flips, Tic-Tocs, Funnels oder was auch immer: Der Heli bleibt neutral und dank des Mini-Pyro zieht er auch jede noch so kraftzehrende Figur ohne spürbaren Drehzahlverlust durch. Auch der zurzeit beliebte, sehr hart geflogene American-Style gelingt dank der präzisen Stopp-Eigenschaft des Rotorkopfs, des geringen Gewichts und den zackig steuernden Servos bestens.
Doch der Protos ist nicht nur für kraftvollen und harten Style gemacht. Auch weiche Figuren machen Spaß. An 960 Millimeter Hauptrotordurchmesser hängen durch den Umbau gerade mal 1.400 Gramm, leichter geht’s nicht. Dementsprechend groß gelingen auch Loopings und Turns. Zieht man den Protos 500 senkrecht hoch, meint man fast in den Wolken zu hängen. Aufwärtsrollen sind spielend leicht zu meistern. Die Flugdynamik des kleinen Quirls ist überragend und locker mit größeren Helis vergleichbar.
Der Protos 500 in der Flybarless-Variante mit dem Mikado Mini-VStabi ist alles andere als ein Prototyp. Er zeigt seinen Brüdern der 500er-Klasse, wo der Gramm-Hammer hängt. Doch nicht nur das Gewicht ist bei diesem Heli ausschlaggebend, sondern auch und vor allem die stabile Konstruktion. Gretchenfrage: Lohnt sich also der Umbau auf Flybarless? Na klar, der Heli wird robuster, wendiger, leichter und damit leistungsstärker sowie schwebestabiler – nur Vorzüge also. «





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