Abrocker – KDS 600 Nitro

10.6.2010 • Kategorie: 3d-heli-action testberichte3d-heli-action oder rc-heli-action bestellen
KDS ist bekannt für Elektro-Chopper der 450er-Klasse. Nun aber, man sehe und staune, präsentiert der asiatische Hersteller einen Nitro-Heli der 600er-Klasse. Der KDS 600 Nitro, welcher aus einer Kooperation zwischen AHF und KDS entstanden ist und über Tempo RC in Deutschland vertrieben wird, kommt, wie mittlerweile fast üblich in dieser Klasse, mit einem reichhaltigen Sortiment an erforderlichen Komponenten beim Erbauer an. Welche das sind und wie sich der Neue schlägt, wollten wir natürlich ganz genau wissen und haben den KDS 600 unter die Lupe genommen.
<der heli>

Hauptrotor-Durchmesser: 1.348 mm
Heckrotor-Durchmesser: 263 mm
Länge: 1.335 mm
Übersetzung: 8,5:1:4,5
Preis: 499,– Euro
Internet: www.tempohobby.de

Der Heckantrieb ist sehr solide und standfest aufgebaut. Das besonders beanspruchte Kegelrad, dessen Welle mit dem Starrantrieb gekoppelt ist, besteht aus Metall


Mit gefrästen Aluklötzchen sind die Faserverbund-Platten stabil verbunden

Der robuste Heck­rotor mit seinen Kegelrädern und dem Gehäuse aus Aluminium

Die Nickwippe fungiert gleichzeitig auch als Verdrehsicherung der Taumelscheibe

<zutaten>

Motor: O.S. MAX 50 SX Hyper
Taumelscheibenservos: Savöx SC 1258
Heckservo: Savöx 1290 MG
Kreisel: KDS 900 SMM
Empfänger: robbe/Futaba FASST 6008 HS

Fliehkraftkupplung und Kupplungsglocke harmonieren bestens und sorgen für eine sichere Kraftübertragung des Motors an den Rotor

Dieser Umlenkhebel führt zum Heckrotor und sorgt für eine geradlinige Anlenkung

Der Tank ist links und rechts gesichert und auf Gummi gegen Spritaufschäumen gelagert

Beim Öffnen des Baukastens bemerkt man zunächst die extrem leichte und schlanke GFK-Haube, die ansprechend in Gelb-Schwarz lackiert ist. Des Weiteren liegt ein Schalldämpfer für Motoren der 50er-Klasse, ein Satz 600-Millimeter-CFK-Rotorblätter, ein Drehzahlregler, eine 2-in-1-Stromversorgung mit Glühstecker sowie der brandneue KDS 900 SMM-Kreisel mit Programmierbox bei.

Somit fehlen zur Komplettierung noch ein Motor, drei Taumelscheibenservos, ein Heck- und Gasservo sowie ein 2s-LiPo für die Stromversorgung. Bei der Wahl des Motors haben wir uns für den tausendfach bewährten O.S. MAX 50 SX Hyper entschieden, auf der Taumelscheibe kommen kräftige und schnelle Savöx SC 1258 mit 12 Kilogramm Stellkraft zum Einsatz, während ein ultraschnelles Savöx 1290 MG die Ansteuerung des Heckrotors übernimmt. Damit der Motor schnell auf Pitcheingaben reagieren und der Drehzahlregler perfekt arbeiten kann, sollte ein schnelles Gasservo verwendet werden. In unserem Fall ein 1250 MG, ebenfalls von Savöx. Mit Energie versorgt das Ganze die mitgelieferte 2-in-1-Einheit, welche von einem 2s-LiPo mit 1.900 Milliamperestunden Kapazität gespeist wird. Um genügend Kanäle zur Verfügung zu haben, kommt ein Achtkanal-robbe/Futaba FASST 6008 HS-Empfänger zum Einsatz, welcher über einen Digitalmode verfügt, um die volle Geschwindigkeit der Servos nutzen zu können.

Der erste Montageschritt des Baus widmet sich dem voll aus Aluminium gefertigten Rotorkopf, welcher teilweise schwarz eloxiert ist und das AHF-Logo in Lasergravur trägt. Bevor die Blatthalter auf der Blattlagerwelle montiert werden, hat man die Wahl zwischen drei verschieden harten Kopfdämpfungen. Wir haben uns für die härteste entschieden, da später auch ein bisschen 3D-gebolzt werden soll. Hier gilt: Je weicher die Dämpfer, desto geringer kann später die Kopfdrehzahl ausfallen, ohne dass der Heli sich aufschwingt. Je härter, umso direkter ist das Ansprechverhalten beim 3D-Fliegen. Beim Bau des Kopfs fällt auf, dass die Kugel der Taumelscheibe etwas schwergängig ist und die oberen Mischhebel an der Paddelwippe etwas Spiel haben. Die beiliegenden Paddel sind sehr leicht und müssen noch mit Folie beklebt werden.

Freude kommt im nächsten Bauschritt auf. Hier wird das Chassis montiert, welches aus zwei Hauptteilen besteht: dem Hauptchassis aus CFK, das den Motor und die Lagerböcke aufnimmt sowie der RC-Box, in der die komplette Elektronik sitzt. Zuerst wird die Kupplungseinheit montiert und der Magnet für den Drehzahlregler in die Kupplungsglocke geklebt. Danach entfettet man die Welle des O.S. MAX 50 SX Hyper, damit das Lüfterrad samt Kupplung festen Halt findet. Getragen wird der Motor von einem Alubock, welcher das Chassis mit dem Landegestell verbindet.

Die Domlager inklusive der Kupplung verbinden das sehr schmale Chassis miteinander und bilden so eine steife Einheit. Der Tank ist zwischen zwei CFK-Streben gelagert, die mit Aluverbindern am Chassis befestigt werden. Für eine gute Vibrationsentkopplung sorgen Gummipuffer, welche den Tank zudem in seiner Position halten. Die Anlenkung der Taumelscheibe erfolgt im 120-Grad-Winkel und wird mittels drei Umlenkhebel realisiert, die im Push-Pull-Betrieb arbeiten. Alle Hebel sind natürlich aus Alu gefertigt und kugelgelagert. Zuerst befestigt man den Sensor des Drehzahlreglers, der nach der Montage der Box nahezu unsichtbar verschwindet. Der Regler selbst wird mit Spiegelband befestigt, sodass er auch nachträglich eingestellt werden kann.

Alle Servos verschraubt man mit Plastik-Plättchen und Gummitüllen vibrations­sicher und fest. Extra Laschen und Einkerbungen lassen die Kabelverlegung innerhalb der Box zum Kinderspiel werden. Der KDS 900 SMM-Kreisel findet mit zwei Lagen Spiegelklebeband vor der Rotorwelle Halt. Wird ein Servo der Midi-Klasse für die Heckrotorsteuerung eingebaut, muss etwas Bastelarbeit geleistet werden, da der Rahmen für ein Servo der Standardklasse vorgesehen ist. Die 2-in-1-Stromversorgung besteht aus einem Spannungsregulator für die Empfängerstromversorgung und einer Glühvorrichtung für die Kerze des Motors. Sie kann auf Knopfdruck aktiviert werden und heizt für 15 Sekunden. Hierzu wird das Massekabel mit dem Gehäuse des
O.S. MAX 50 SX Hyper verbunden und das Pluskabel mit einer Klemme auf die Glühkerze gesteckt. Der Akku findet ganz vorne seinen Platz, wo er für eine optimale Schwerpunktlage sorgt.

Als letzte große Baugruppe fehlt noch der vormontierte Alu-Heckrotor, welcher durch eine zweifach gelagerte Welle angetrieben wird. Die Blatthalter aus Alu schließen das Gesamtbild ab, auch sie arbeiten spielfrei. Angelenkt wird der Heckrotor durch einen CFK-Stab, der mit Plastikkappen an den Enden versehen ist und die Gewindestangen samt Kugelkopf-Pfannen aufnimmt. Das Heckrohr selbst wird in zwei Aluhalter geschoben, die im Chassis sitzen und das Heckrohr dort verdrehsicher einklemmen. In der Halterung des Hauptzahnrads ist ein Metallantriebsrad befestigt, welches die Welle des Starrantriebs aufnimmt und vom Tellerrad oberhalb des Hauptzahnrads angetrieben wird.

Nachdem der Bau nun nahezu abgeschlossen ist, muss der Rotorkopf noch mit der Rotorwelle und dem Hauptzahnrad verschraubt werden. Der Freilauf ist bereits in die Aufnahme des Zahnrads eingesetzt. Wenn man die untere Schraube durch Hauptrotorwelle und Hauptzahnrad festgezogen hat, kann die Welle nach oben gezogen werden, bis das Hauptzahnrad am unteren Lagerbock anliegt. Nun fixiert man das Ganze mit einem Stellring am oberen Lagerbock.

Zum Schluss sind die Gestänge für die Push-Pull-Anlenkungen anzupassen, was mit den zwei im Baukasten beiliegenden Kugelkopf-Aufdrehern ein Kinderspiel ist. Der Heli benötigt sendertechnisch einen 120-Grad-Mischer. Der Kreisel ist noch einzustellen und auch der Drehzahlregler möchte noch genauere Angaben. Die Einstellung des Kreisels erfolgt mit der beiliegenden Programmierbox und geht schnell von der Hand. Nachdem die Rotorblätter montiert sind, werden die Pitchwege auf +/-12,5 Grad eingestellt – das Grundsetup steht. Da der Motor noch neu ist, muss dieser vor dem richtigen Fliegen bei fetter Einstellung einlaufen.

Der Tank ist gefüllt, der Motor eingelaufen und der Akku geladen, also raus auf den Flugplatz und ab mit dem KDS 600 in die Luft, wo er hingehört. Dank der 2-in-1-Stromversorgung muss kein extra Glühstecker mitgenommen werden und die Haube kann zum Starten des Motors montiert bleiben. Nach ein paar Umdrehungen erwacht der Hyper zum Leben und dreht langsam den Hauptrotor des Helis an. Der Erstflug verläuft völlig unauffällig, alles läuft wie es soll und alle Komponenten verrichten ihren Dienst einwandfrei. Der Heli fliegt sich sehr schön neutral und reagiert gut auf Steuereingaben. Der KDS 900-Kreisel hält das Heck wie angenagelt und glänzt mit einer konstanten Drehrate sowie gutem Stoppverhalten. Der Drehzahlregler arbeitet ebenfalls sehr sauber und gerade in Abwärtspassagen ohne Last wird ein lästiges Aufheulen des Motors verhindert. Bei der niedrigen Drehzahlvorgabe liegen 1.800 und bei der hohen 2.100 Umdrehungen in der Minute am Kopf an. Der Tankinhalt reicht je nach Drehzahl zwischen sechs und zehn Minuten Flugzeit und ist somit ausreichend dimensioniert. Der Schalldämpfer hat einen etwas metallischen Klang, welcher aber im 3D-Betrieb nicht weiter auffällt. Wird der KDS jedoch im Rundflug mit niedriger Drehzahl betrieben, kann dies schnell unangenehm auffallen.

Richtig abrocken kann man mit dem neuen 600er vor allem, wenn die Kopfdrehzahl auf 2.100 Touren angehoben wurde und die maximal möglichen Pitchwerte von 13,5 Grad ausgenutzt werden. Der Paddelkopf fliegt sich sehr ordentlich, auch wenn sich das vorher angesprochene Spiel der Umlenkhebel leicht bemerkbar macht. Der Kreisel steht dem Piloten in allen Lagen zur Seite und hat auch mit Reversals sowie harten Pitchwechseln keine Probleme. Möchte man die Wendigkeit noch erhöhen und den KDS noch bissiger machen, können die originalen Paddel und Blätter gegen sehr leichte Exemplare zum Beispiel von Petr Novotny getauscht werden, hier ist man mit der neuen Serie der Energy-Reihe bestens bedient und kann das Letzte aus der Mechanik rausholen.

Mit dem KDS 600 hat Tempo RC einen guten Start in den hart umkämpften Sektor der Nitrohelis hingelegt. Es handelt sich nicht um einen Klon eines bereits existierenden Modells, sondern um eine komplette Neuentwicklung mit vielen schönen Detaillösungen und einem überzeugenden Gesamtkonzept. Der Chopper ist sowohl für Einsteiger als auch für 3D-Cracks geeignet und zeigt auch nach etlichen Flügen kaum Verschleißerscheinungen. Die beiliegenden Komponenten erfüllen sehr gut ihren Zweck, lediglich der Dämpfer könnte ein wenig leiser sein. Dank der schönen Haube in Gelb ist der Heli in jeder Lage gut zu erkennen, was gerade für Einsteiger hilfreich ist.«



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